Bittere Tränen
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Tagebuch eines oft sehr traurigen Lebens.

 

Erste Erinnerungen

Es ist sehr seltsam, wenn man die Einsamkeit sucht und liebt und sie doch oft nicht ertragen kann. Es klingt eigentlich verrückt.

Ich habe Angst vor Menschen, Angst davor, dass sie mich ertrücken, vereinnahmen, über mich bestimmen wollen, mir Vorschriften machen, mich kritisieren und mich nicht ich selbst sein lassen.

Wenn ich eine Beziehung hatte, hatte ich immer das Gefühl, jemand anders zu sein, jemand, der ich nicht war, jemand der die Erwartungen von anderen versuchte zu erfüllen. Ich wusste nie, wie man eine Beziehung im Sinne von Partnerschaft lebt - ich hatte bis auf eine keine richtige - und die war auch nur kurz und auch in der war ich nicht ich selbst.

Ich hatte keine Vorbilder in Bezug auf Beziehung. Keiner hat mir vorgelebt was Beziehung ist. Ich war immer schon von Menschen umgeben, die gescheiterte Beziehungen hatten. Und ich war als Kleinkind umgeben von einer Beziehung, die fast im (doppelten) Todschlag geendet wäre.

Ich war 3 1/2 Jahre, meine Eltern hatten wieder einmal Streit. Mein Vater schrie meine Mutter an, nahm ein großes Küchenmesser aus der Schublade und ging damit auf meine Mutter zu. Sie stand sehr unglücklich vor der Türe und konnte diese nicht öffnen weil ich neben ihr in der Ecke stand und weinte. Meine Mutter versuchte, ihn zu beruhigen. Er aber kam mit Wut verzerrtem Gesicht auf uns zu. Irgendwann plötzlich sah er mich ganz erstaunt an (wahrscheinlich weil ich vor Angst schrie) und legte endlich das Messer weg. Danach schob er meine Mutter beiseite und schloss sich ins Badezimmer ein. Meine Mutter machte sich mit mir auf den Weg zu ihrer Mutter. Auf dem Weg trafen wir die Mutter meines Vaters. Sie überredete meine Mutter, mich ihr mitzugeben und Oma und ich gingen wieder nach Hause zurück. Dort roch alles fürchterlich nach Gas. Meine Oma suchte ganz hektisch nach einem passenden Schlüssel für das Badezimmer und ich war noch verstörter, hatte ganz fürchterliche Angst. Als sie dann (zum Glück?) einen passenden Schlüssel fand und die Badezimmertüre öffnete, lag mein Vater bewusstlos auf dem Boden und aus dem Gasboiler strömte Gas.

Ich habe dieses Erlebnis nie vergessen. Ich träumte oft davon. Mein Vater, bei dem ich aufwuchs meinte immer, dass ich mir das alles nur eingebildet hätte, aber meine Mutter hat mir als ich älter war bestätigt, dass alles tatsächlich so gewesen war, wie ich das in Erinnerung habe.

So geht es mir im Moment: Ich fühle mich einsam, irgendwie stumpf und leblos, müde und traurig.

16.6.09 19:47
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


schnuet / Website (7.7.09 23:47)
Es ist so traurig, dass die frühe Kindheit so viele Spuren hinterlässt, die nie mehr weggehen. Man erlebt so viele Dinge, die man noch gar nicht richtig verarbeiten kann und doch gräbt sich alles viel zu tief ein.
Noch viel trauriger ist, dass deine Eltern nicht in der Lage waren zu erkennen, dass sie dich einer Situation ausgesetzt haben, die dir schrecklich weh tun würde. Wahrscheinlich wäre vieles einfacher, wenn Eltern das gelegentlich bedenken würden.
Es tut mir wirklich sehr leid.

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