Bittere Tränen
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Tagebuch eines oft sehr traurigen Lebens.

 

Hergeschenkt

Nachdem meine Mutter meinen Vater verlassen hatte, lebten wir bei ihrer Mutter. Irgendwie war ich da sehr überflüssig, da ja auch noch mein Cousin als Baby dort abgegeben worden war. Ich kam mir wie ein Eindringling vor. Ich war sehr verstört aufgrund der vorangegangenen Ereigneisse und stotterte. Meine Tante Lissi, die nur 4 Jahre älter war als ich (also ca. 8 Jahre alt) half mir, mein Stottern zu überwinden. Aber trotzdem fühlte ich mich immer als das 5. Rad am Wagen [Als ich schon über 40 Jahre alt war, hat die Mutter meiner Mutter es mir dann bestätigt: "für dich war einfach keine Zeit übrig!"]

Ich ging sehr ungern alle 2 Wochen übers Wochenende zu meinem Vater, obwohl ich mich immer auf meine Oma (also seine Mutter) freute. Einmal wollte ich gar nicht hin - und er holte mich mit der Polizei ab. Ich hatte später immer ein schlechtes Gewissen, dass ich plötzlich das Polizeiauto so interessant fand, dass ich freiwillig mitfuhr.

Kurz vor Muttertag, als ich fast 6 Jahre alt war, machte mich meine Mutter fertig und wir warteten auf meinen Vater, der mich abholen sollte. Während des Wartens sagte meine Mutter mir, dass ich jetzt immer bei meinem Vater und seiner Mutter wohnen würde. Ich war hin und her gerissen. Einerseits freute ich mich auf meine Oma sehr, andererseits fühlte ich mich doch hergeschenkt.

Als mich mein Vater dann in sein Haus brachte, rannte ich auf meine Oma zu und warf mich in ihre Arme: "Oma ich habe ein schönes Muttertagsgeschenk für dich - ich darf jetzt immer bei dir bleiben". Aber Zeit meines Lebens fühlte ich mich trotzdem hergeschenkt von meiner Mutter. Das Verhältnis zu ihr war dann nie das zu einer Mutter. Aber das Verhältnis zu meiner Oma war wunderschön. Wenn nicht mein Vater gewesen wäre, wäre es der Himmel auf Erden gewesen.

So geht es mir im Moment: Ich fühle mich wieder mal einsam und verlassen und nicht liebenswert! Selbstmordgedanken quälen mich!

30.8.12 03:14


Was kommt dann noch?

Vor 3 Wochen wurde bei mir ein Hashimoto Thyreoiditis diagnostiziert. Das bedeutet, ich werde bis ans Ende meiner Tage Hormontabletten nehmen müssen. Gerade bin ich in der Eingewöhnungsphase, die nicht leicht ist. Ich fühle mich müde und depressiv, habe keine Lust irgendetwas zu tun. Meine Hobbys liegen brach und ich habe große Probleme, meinen Haushalt in Ordnung zu halten. Eigentlich bin ich "lebensmüde" und wenn ich die Wahl hätte, würde ich mich gerne von hier verabschieden. Ich mag nicht mehr.

Seit ich ein kleines Kind war habe ich sehr oft schwere Basilarismigräneanfälle, die damals nicht als solche erkannt wurden. Man sagte mir "du willst doch nur nicht in die Schule" wenn mir schwindlig und schlecht war und wenn ich vor Müdigkeit die Augen nicht offen halten konnte, meinte mein Vater, ich sei "faul und liederlich". 

Auch gehöre ich zu den 15-20% der Hochsensiblen, die äußere Reize nicht so gut verarbeiten können, weil die sog. "Reizfilter" grobmaschiger sind und viel mehr Reize durchlassen. Bei mir wirkte sich das schon immer so aus, dass ich laute Geräusche nicht ertragen kann, ebenso keine größeren Menschenansammlungen, Gerüche und hektische Bewegungen. Bei größerem Stress schlaffe ich sehr schnell ab, bedingt durch die vielen Reize, die ich dann nicht verarebeiten kann und mit Unklarheiten (auch Lügen und Verschleierungsversuche) komme ich gar nicht klar, weil ich fühle, dass etwas nicht stimmt und die falschen Informationen dann nicht dazu passen.

Meine beiden Banscheiben-OPs mit nachfolgenden Beschwerden verschiedenster Art und  die Hypogylcämie machen mir auch immer wieder zu schaffen, ebenso mein ständig viel zu niedriger Blutdruck. Das ganze Jahr über habe ich schwere Allergien (Hasel, Erle, Birke, Gräser und dann nochmal von September bis November was auch immer da fliegt). Und mein Asthma macht auch immer mal Probleme, vor allem in Verbindung mit den Pollenallergien, im Winter kann ich deshalb nicht in die Kälte raus (muss mir deshalb ein Auto leisten) und Sport kann ich deshalb auch nur wenig von März bis September machen, Winter geht gar nichts.

Das alles macht das Leben für mich nicht so einfach, dazu kommen noch die psychischen Wunden die sich bislang noch nicht geschlossen haben. Das Leben kann ich deshalb leider nur alleine leben, die Nähe anderer Menschen kann ich nicht ertragen und wenn dann nur weit entfernt.

Was kommt denn noch? Ich finde, es reiht allmählich. Aber wenn man älter wird, kommt halt immer mehr dazu. Irgendwie mag ich zur Zeit einfach nicht mehr!

So geht es mir im Moment: Ich bin müde, fühle mich krank, antriebslos, lustlos und einfach nur "lebensmüde".

20.2.10 19:42


Was hilft mir das?

Ich wurde letztes Jahr (und jetzt auch vor ein paar Tagen) auf die Idee gebracht, dass mein Vater wahrscheinlich auch nichts dafür kann, dass er mich so behandelt hat. Dass er mich nicht geliebt hat, bzw. mir das (wenn er mich doch geliebt haben sollte) nicht zeigen konnte. Vielleicht  hatte er selbst Probleme (psychischer Art). Er wuchs schließlich auch ohne Vater auf und wurde kurz vor dem 2. Weltkrieg geboren. Seine Mutter musste 3 Kinder in dieser schweren Zeit großziehen und sie selbst war eine Frau, die Gefühle schlecht zeigen konnte. Wie soll da ein Mensch normale Gefühle entwickeln und sie dann auch noch zeigen können? Vielleicht war er selbst verzweifelt und einsam und wusste nicht, wie er sich verhalten sollte? Auch meine Mutter und meine Stiefmutter erzählten mir beide mal, dass er auch ihnen gegenüber nach der ersten Zeit sehr zurückhaltend und wortkarg  war und sich von ihnen gefühlsmäßig immer mehr zurückzog.

Möglicherweise war er auch eifersüchtig auf mich. Meine Großmutter hat mich sehr geliebt und er fühlte sich von ihr ungeliebt und hatte deshalb mit mir Probleme?

Ja, ich habe darüber nachgedacht und es könnte eine Erklärung sein! Aber wenn ich ganz ehrlich bin, nach einer gewissen Zeit stellte ich fest, dass mir das auch nicht hilft. Ich fühle mich trotzdem nicht besser damit. Der Gedanke an meinen Vater verursacht mir ein Gefühl der Wut und des Abscheus, nicht des Mitleids. (Na ja, es ist noch mehr passiert, als ich bisher hier geschrieben habe). Ich bin immer noch der Meinung, dass man ein Kind so nicht behandeln darf!

Als Kind und junge Erwachsene habe ich um die Liebe meines Vaters gebettelt! Dass er mich beachten soll, dass er auch mal stolz sein soll auf mich. Ich habe geweint, ich habe gefleht! Immer wieder hatte ich die Hoffnung, dass sich endlich ein Vater-Tochter-Verhältnis einstellt. Aber das passierte nicht. Zum Glück tut es jetzt nicht mehr so weh und ich habe nicht mehr den Wunsch, mich mit meinem Vater auszusöhnen.

So geht es mir im Moment: Ich fühle mich müde, antriebslos und krank. Es wurde ein Hashimoto Thyreoiditis festgestellt und ab nächste Woche muss ich Tabletten nehmen. Vielleicht werde ich mich dann etwas besser fühlen.

7.2.10 22:23


Depressive Phase

Ich habe zur Zeit eine stark depressisve Phase. Ich fühle mich immer müde und schlapp, kann nicht mal mit kleinstem Stress umgehen und schaffe meine Anforderungen in der Arbeit nicht mehr, obwohl ich im Moment nicht viel Stress habe! Seit November 2009 wurde es immer schlimmer. Ich fehle immer wieder, habe entweder starke Erkältungen oder starke Migräneanfälle. Mal schauen, wie lange mein Arbeitgeber das noch mitmacht.

Die Aufarbeitung meines Lebens muss jetzt einfach noch ein bißchen warten, weil ich mich dazu einfach derzeit nicht in der Lage fühle.

So geht es mir im Moment: Depressiv, müde, ein Gefühl der Ausweglosigkeit und Einsamkeit tut mir fast körperlich weh und liegt mir wie ein Stein in der Brust.

24.1.10 02:07


Meine früheste Kindheit

Die einzige, die mich je geliebt hat, war meine Oma, die Mutter meines Vaters. Sie hat zusammen mit meinen Eltern bei deren Verheiratung eine großes Haus bezogen. Es war ein Haus mit großem Saal für die großen Veranstaltungen in unserem Ort, einem Nebenzimmer und einer kleinen Gastwirtschaft. Wir wohnten dort zusammen, bis meine Mutter meinen Vater verlassen hat.

Oma hat die Hebamme geholt, als meine Mutter in den Wehen lag. Diese kam und wollte wieder gehen, weil es noch lange nicht so weit sei. Meine Oma sagte, sie würde sie festbinden, wenn sich nicht von selbst bliebe. Und ein paar Stunden später kam ich auf die Welt - eine Woche zu früh, Ende Juli 1959. Mit schwarzen Haaren, 50 cm. lang und 5 Pfund leicht. 

Ich kann mich in dieser Zeit nur ganz schwach an ein paar Momente erinnern. Ich weiß, wir hatten einen Schäferhund. Der passte auf mich auf, so dass Oma den Kinderwagen mitten auf dem Dorfplatz stehen lassen konnte - keiner traute sich auch nur annähernd an den Kinderwagen heran. Meine Oma nahm mich nämlich überall hin mit, weil meine Mutter (und auch mein Vater)  berufstätig waren. Auch in der Milchannahmestelle, die sie damals leitete, waren der Hund und ich immer dabei. Wir zwei waren unzertrennlich. Wenn wir auf dem Teppich nach dem Rumtollen einschliefen, war von mir nicht mehr viel zu sehen, der Hund hatte mich fest umschlungen.

Als meine Mutter meinen Vater dann verließ, nahm sie mich mit. Bei ihrer Mutter lebten noch ihre zwei Schwestern und ganz frisch wurde noch das Baby von Mutters Schwester geparkt. Da blieb für mich keine Zeit - und ein Baby war natürlich viel interessanter als ein Kleinkind mit einem Trauma. Und ich vermisste meine Oma so sehr. Ich durfte sie nur alle zwei Wochen übers Wochenende besuchen. Und ich war da zweigeteilt: ich liebte es bei Oma zu sein, hatte aber große Angst vor meinem Vater.

So geht es mir im Moment: Zur Zeit geht es etwas besser. Ständige Migränen und Rückenschmerzen, aber mental ganz in Ordnung.

7.7.09 23:24


Erste Erinnerungen

Es ist sehr seltsam, wenn man die Einsamkeit sucht und liebt und sie doch oft nicht ertragen kann. Es klingt eigentlich verrückt.

Ich habe Angst vor Menschen, Angst davor, dass sie mich ertrücken, vereinnahmen, über mich bestimmen wollen, mir Vorschriften machen, mich kritisieren und mich nicht ich selbst sein lassen.

Wenn ich eine Beziehung hatte, hatte ich immer das Gefühl, jemand anders zu sein, jemand, der ich nicht war, jemand der die Erwartungen von anderen versuchte zu erfüllen. Ich wusste nie, wie man eine Beziehung im Sinne von Partnerschaft lebt - ich hatte bis auf eine keine richtige - und die war auch nur kurz und auch in der war ich nicht ich selbst.

Ich hatte keine Vorbilder in Bezug auf Beziehung. Keiner hat mir vorgelebt was Beziehung ist. Ich war immer schon von Menschen umgeben, die gescheiterte Beziehungen hatten. Und ich war als Kleinkind umgeben von einer Beziehung, die fast im (doppelten) Todschlag geendet wäre.

Ich war 3 1/2 Jahre, meine Eltern hatten wieder einmal Streit. Mein Vater schrie meine Mutter an, nahm ein großes Küchenmesser aus der Schublade und ging damit auf meine Mutter zu. Sie stand sehr unglücklich vor der Türe und konnte diese nicht öffnen weil ich neben ihr in der Ecke stand und weinte. Meine Mutter versuchte, ihn zu beruhigen. Er aber kam mit Wut verzerrtem Gesicht auf uns zu. Irgendwann plötzlich sah er mich ganz erstaunt an (wahrscheinlich weil ich vor Angst schrie) und legte endlich das Messer weg. Danach schob er meine Mutter beiseite und schloss sich ins Badezimmer ein. Meine Mutter machte sich mit mir auf den Weg zu ihrer Mutter. Auf dem Weg trafen wir die Mutter meines Vaters. Sie überredete meine Mutter, mich ihr mitzugeben und Oma und ich gingen wieder nach Hause zurück. Dort roch alles fürchterlich nach Gas. Meine Oma suchte ganz hektisch nach einem passenden Schlüssel für das Badezimmer und ich war noch verstörter, hatte ganz fürchterliche Angst. Als sie dann (zum Glück?) einen passenden Schlüssel fand und die Badezimmertüre öffnete, lag mein Vater bewusstlos auf dem Boden und aus dem Gasboiler strömte Gas.

Ich habe dieses Erlebnis nie vergessen. Ich träumte oft davon. Mein Vater, bei dem ich aufwuchs meinte immer, dass ich mir das alles nur eingebildet hätte, aber meine Mutter hat mir als ich älter war bestätigt, dass alles tatsächlich so gewesen war, wie ich das in Erinnerung habe.

So geht es mir im Moment: Ich fühle mich einsam, irgendwie stumpf und leblos, müde und traurig.

16.6.09 19:47


Sonntagsblues

Heute ist wieder Sonntag. Wie freue ich mich immer auf diesen Tag. Ich sehne die Ruhe herbei, nichts machen zu müssen. Einfach nur auf dem Sofa sitzen und auszuruhen, evtl. einfach nur Fern zu sehen, die Katze neben mir. Eine tolle Vorstellung. Aber üblicherweise entspanne ich mich dabei leider nicht. Eigentlich macht es alles nur noch schlimmer. Das dumpfe Gefühl in meiner Brust wühlt noch stärker und die Einsamkeit erschlägt mich. Aber trotzdem kann ich ihm nicht entkommen - diesem Ruhetag.

So geht es mir im Moment: Trauer und Müdigkeit haben mich fest in der Hand.

14.6.09 16:35


Bittere Tränen

Manchmal fühle ich mich sehr traurig und einsam. Ich kann mit Menschen nicht leben, aber ohne sie ist es auch nicht einfach. Aus so einer Misere gibt es keinen Ausweg.

Die Diagnose "endogene Depression" wurde schon vor langer Zeit gestellt. In meiner Familie sind fast alle depressiv, manche mehr, manche weniger, je nachdem, was sie in ihrem Leben erlebt haben. Diejenigen, die es geschafft haben, sich ein "normales" Leben aufzubauen und wirklichem Stress aus dem Weg zu gehen, diejenigen sind ziemlich stabil. Aber diejenigen, die das nicht geschafft haben, mussten und müssen immer wieder sehr unter dieser Krankheit leiden. Bei mir ist das schon seit Kindheit der Fall. Vielleicht kommt es daher, dass ich mit 3 1/2 Jahren bereits ein traumatisches Erlebnis hatte? Und auch danach immer wieder traurige Erlebnisse.

Zurückverfolgen kann man die Depressionen zur Familie meines Großvaters. Er und auch sein Bruder waren zeitweise schwer depressiv und wurden deswegen auch im Krankenhaus behandelt.

Ich habe diesen BLOG aufgebaut, weil ich nicht über meine Befindlichkeiten sprechen möchte und eigentlich auch niemanden habe, mit dem ich darüber sprechen könnte, aber trotzdem das Gefühl habe, daran zu ersticken. Vielleicht hilft es mir ja, mir alles von der Seele zu schreiben? 

Ein fester Punkt soll sein: So geht es mir im Moment.

So geht es mir im Moment: Ich fühle mich zur Zeit müde und erschöpft, bin nur eingeschränkt fähig, meinen (Single-)Haushalt zu erledigen und ich fühle mich zunehmend nicht mehr lebensfähig.

14.6.09 00:25



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